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Zur Zeit nehmen wir keine neuen Unterstützungen an. Bitte wendet euch an eine der Beratungsstellen unter ‚links‘, falls da was für euch passend ist. Sobald wir wieder für Anfragen offen sind erfahrt ihr es hier.

Hallo,

schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast.
In diesem Text findest du viele zentrale Informationen über unsere Gruppe und das was wir tun.

Wir sind ask gerd_a, ein antisexistisches Kollektiv in Berlin. Wir unterstützen Menschen bei der Auseinandersetzung mit erlebter sexualisierter1 Gewalt, Sexismus oder Gewaltdynamiken in Beziehungen – unabhängig davon, ob es sich um körperliche psychische und/oder emotionale Gewalt handelt. Hierbei möchten wir uns jenseits von staatlichen oder institutionalisierten Gewaltbegriffen – und den dazu gehörigen Umgangsweisen bewegen.

In unserer Unterstützung handeln wir auf Grundlage von Definitionsmacht2 und sind parteilich3. In der Praxis heißt das, dass wir uns solidarisch auf der Seite der betroffenen Person positionieren und deren Wahrnehmung des Geschehenen nicht in Frage stellen. Nur sie_er4 kann sagen, was genau vorgefallen ist und was den Übergriff für sie_ihn ausmacht. Der sexistischen Realität, in der zu oft über die Existenz von sexualisierter Gewalt geschwiegen oder in der diese Erfahrung geleugnet wird, wollen wir unsere solidarische Unterstützung entgegenstellen.

Ziel politischer Unterstützungsarbeit ist in erster Linie die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit der betroffenen Person.
Konkret heißt das: Wir treffen uns mit Dir und versuchen herauszufinden, was du gerade brauchst, was dir gut tut. Neben diesen Unterstützungsgesprächen können wir z.B. anbieten, die Kommunikation mit gewaltausübenden Personen und deren Umfeld zu übernehmen.
Grundsätzlich gilt:  – wir unternehmen nichts, was du nicht ausdrücklich möchtest und sichern Anonymität und Verschwiegenheit zu.
Im Kontakt mit uns gibt es die Möglichkeit Wünsche zu äußern – z.B. zum Gender der Menschen mit denen du in Kontakt trittst, oder dazu, welchen Erfahrungshintergrund diese Menschen haben.

Was wir nicht anbieten können ist eine Therapie. Bei Bedarf vermitteln wir jedoch gerne an weitere Stellen.
Auch arbeiten wir nicht direkt transformativ mit gewaltausübenden Personen, können aber Menschen beraten, die dies tun.

Wir sind eine “all-gender” Gruppe, die sich sowohl aus politisch-antisexistischem Handeln heraus zusammengefunden hat, als auch aus dem Wunsch, Personen, die Gewalt erlebt haben/erleben mit ihren Erfahrungen nicht allein zu lassen. Viele von uns waren selbst Betroffene von sexistischem Verhalten, einige auch von Homo – und Transphobie. Manche von uns haben selbst sexualisierte Gewalt erlebt, andere nicht.

Wenn nach dem Lesen dieses Textes weitere Fragen bei dir auftauchen, oder du uns wegen eines Unterstützungswunsches kennenlernen möchtest, kannst du dich gern per E-Mail an uns wenden. Wir sind für Anfragen von Menschen aller Gender offen.
Eine erste Antwort wirst du bei einer Anfrage recht schnell bekommen. Bis sich allerdings zwei Menschen finden, die dir dann ein persönliches Treffen anbieten, kann es ein paar Wochen dauern.

Falls du nicht sicher bist, ob deine Erlebnisse zu unserem Unterstützungsangebot passen, zögere bitte nicht, uns trotzdem anzuschreiben.
Sexualisierte Gewalt hat viele Formen und alles, was für dich eine Rolle spielt, kann Teil unserer Unterstützung sein.

Unsere E-Mailadresse ist: ask_gerd_a at riseup.net
(Um uns anzuschreiben ersetze das „at“ mit einem @)

  1. Sexualität ist hierbei Werkzeug der Gewalt. Um diese in den Fokus zu nehmen und somit zu verdeutlichen, dass Sexualität instrumentalisiert wird um Macht auszuüben verwenden wir das Wort „sexualisiert“, anstatt „sexuell“. [zurück]
  2. Nur die betroffene Person kann definieren, ob eine sexualisierte Grenzverletzung statt gefunden hat und was sie_er als Gewalt empfindet. Gewalt wird aufgrund der persönlichen Geschichte, Gegenwart und Erfahrung von Betroffenen subjektiv unterschiedlich erlebt, eingeordnet und eingeschätzt. Sie kann somit nicht an scheinbar objektiven Kriterien festgemacht werden. Wenn eine betroffene Person einen sexualisierten Übergriff so bezeichnet, dann entspricht das genau ihrer Wahrnehmung und ist somit als genau diese Bezeichnung zu akzeptieren. [zurück]
  3. Während Definitionsmacht ein politisches Konzept ist, beinhaltet Parteilichkeit die dazu gehörige Haltung: Parteilichkeit heißt die Definitionsmacht der betroffenen Person und das was sie_er erzählt nicht in Frage zu stellen. Sich parteilich zu zeigen bedeutet somit sich akzeptant, respektvoll und klar hinter die betroffene Person zu stellen. [zurück]
  4. Um einer Vielzahl und Selbstwahl von geschlechtlichen Identitäten Raum zu geben verwenden wir den Unterstrich. Wir wollen damit die Möglichkeit implizieren sich flexibel innerhalb und außerhalb der Kathegorien männlich und weiblich zu bewegen. [zurück]